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Stationäre Demenz-Therapie

Im Rahmen eines mit den Krankenkassen abgeschlossenen Versorgungsvertrages bietet das Demenz-Therapie-Zentrum Olsberg ein erprobtes stationäres Behandlungsprogramm an. Dazu wird der Demenzkranke mit dem pflegenden Angehörigen für drei Wochen aufgenommen. Die Unterbringung erfolgt in freundlichen und komfortablen Apartments mit Komplettverpflegung durch die Einrichtung. Bei der Kostenübernahme handelt es sich um Einzelfallentscheidungen der Krankenkassen.

Voraussetzungen

Aufgenommen werden Erkrankte mit einer Demenz im frühen bis mittleren Stadium. Die primäre Diagnose muss fachärztlich (durch den Neurologen, Nervenarzt oder Psychiater) gestellt sein. Weitergehende diagnostische Schritte (Neurophysiologie, Neuropsychologie) können im Demenz-Therapie-Zentrum ergänzt werden. Um an allen Therapien teilhaben zu können, sollte der Erkrankte körperlich stabil sein und frei Treppen steigen können. Patienten mit starken Aggressionen oder Weglauftendenz können nicht aufgenommen werden.

Therapie

Das Therapiekonzept wurde in Zusammenarbeit mit dem Center for Psychogeriatrics der Weltgesundheitsorganisation (WHO) an der Universität Lausanne/Schweiz entwickelt. Es handelt sich um eine Behandlung im Sinne einer erhaltenden Rehabilitation, die das Fortschreiten der Krankheit, auch bei bereits eingetretener partieller Einschränkung der Selbstständigkeit, hinauszögern kann.

Da jede Demenzform und auch jeder Betroffene anders ist, erhält jeder Patient einen individuellen Behandlungsplan, der nach dem Konzept der Selbsterhaltung von Dr. Barbara Romero weiterentwickelt wurde. Es handelt sich um eine ressourcenorientierte Demenz-Therapie, bei der es darum geht, das eigene selbstnahe Wissen zu erhalten. Individuelle Erinnerungen, Interessen und Fähigkeiten, die sich lebenslang entwickelt haben, sollen erhalten oder wieder gefördert werden. Grundlage bildet ein individuelles Lebensbuch und ein Beschäftigungsprogramm, das gemeinsam erarbeitet wird, um es auch zu Hause fortführen zu können.

Mehr zur ressourcenorientierten Demenz-Therapie

Behandlungskonzept

Dem Behandlungskonzept liegen 5 Basiselemente zugrunde:

  • Ergänzende neuropsychologische diagnostische Abklärung
  • Einbeziehung des Ehe-/Lebenspartners in die Behandlung
  • Symptombewertung und –kontrolle
  • Stabilisierung des psychophysischen Gleichgewichts von Erkranktem und Lebenspartner
  • Aufklärung und Hilfen zur Alltagsbewältigung

Vorgegeben sind täglich zwei feste Therapieblöcke für den Demenzkranken. In dieser Zeit finden für den betreuenden Partner Angehörigengruppen, individuelle, psychosoziale Beratung, Gesprächskreise und entlastende Einzelgespräche statt.

Maßnahmen für den Patienten Maßnahmen für den Angehörigen
1. Ergänzende diagnostische Abklärung falls erforderlich 1. Familiensitzungen zur individuellen Vorbereitung auf den Alltag mit dem Kranken
2. Überprüfung der Medikation und gegebenenfalls Anpassung 2. Angehörigengruppen
- Information über Krankheit, Ursachen und Verlauf
- Information zum Umgang mit der Krankheit
- Erfahrungsaustausch
3. Psychologisch fundierte Selbsterhaltungstherapie (SET) 3. Beratung zur Pflege
- Vermittlung geeigneter Hilfsmaßnahmen im pflegerischen Bereich (Körperpflege, Ernährung etc.)
4. Erinnerungsarbeit 4. Sozialpädagogische Beratung
- Beratung über Hilfsmaßnahmen und Entlastungsmöglichkeiten für Angehörige
- Beratung in rechtlichen und finanziellen Angelegenheiten
5. Psychotherapeutische Hilfestellung 5. Psychotherapeutische Hilfestellung
6. Kunsttherapie, Musiktherapie 6. Kunsttherapie
7. Entspannung, Sport, Gymnastik 7. Entspannung, Sport
8. Freizeitgestaltung, erlebnisorientierte Aktivitäten 8. Freizeit und Erholung
9. Lebenspraktische Tätigkeiten